22. Mammoth – Tuolumne Meadows – Yosemite Valley

Der Ruhetag in Lee Vining ist sehr entspannt. Wir hocken vor einem Cafe rum und faulenzen. Doch als wir uns am nächsten Tag auf den Weg zurück hoch zum Pass bei Tuolumne Meadows machen wollen, ist die Straße immer noch gesperrt. Die Ranger sind pessimistisch und glauben nicht, dass die Straße wie angekündigt Montag früh öffnen wird. Wir verbringen also eine zweite Nacht im Ort. Viel gibt es hier nicht zu tun… Als die Situation Montag früh immer noch höchst unklar ist, beschließen Super Jay und ich, nach Mammoth zu hitchen. Von dort aus wollen wir dann zurück nach Norden nach Tuolumne Meadows laufen und dann das berühmte Yosemite Valley besuchen.

1. Tag

Wir haben unglaubliches Glück und werden von Lee Vining aus bis zum Start des Wanderweges bei Mammoth gefahren. Es ist kühl, aber die Sonne scheint. Heute wird es nur bergauf gehen. Der Weg führt an einem Berghang entlang, links liegt ein langes Tal, hinter dem die Berge aufragen.

Am späten Nachmittag erreichen wir den 1000 Island Lake. Sehr schön, aber geschätzt doch eher 50 Inseln…

Die Temperaturen fallen, es frieren sogar die Bäche zu, und wir legen immer mehr Kleidung an. Als wir schließlich die Zelte aufstellen, ist es bitterkalt. Die Nacht behalte ich zum ersten Mal alle Kleider an, dazu gehören auch Regenhose und – Jacke!

2. Tag

Meine Wasserflasche ist ein einziger Eisblock, es muss an die -8 bis -10 Grad die Nacht gewesen sein. Auch morgens laufe ich zitternd los. Ich bin froh, nicht alleine gezeltet zu haben, zu zweit fühlt man sich doch etwas sicherer bei solchen Temperaturen! Da es weiterhin nur bergauf geht, wird es schnell warm. Die Landschaft wird immer felsiger, bis wir den Donahue Pass erreichen.

Endlich bergab! Im Tal angekommen folgen wir dem sanft geschwungenen Fluss durch liebliche Wiesen. Plötzlich läuft ein großer Hund auf mich zu, erst als er auf ca 15 Meter herangekommen ist, erkenne ich: Es ist ein Fuchs! Gerade will ich die Kamera zücken, da hüpft er in der Wiese davon…

Am frühen Nachmittag kommen wir in Tuolumne Meadows an. Hier buchen wir Tickets, um an folgenden Tag den berühmten Berg Half Dome besteigen zu dürfen. Alleine schon der Hitch vom Pass runter in den Nationalpark ist wunderschön! Wir schlagen unsere Zelte auf dem Hiker Campingplatz auf und fallen müde in die Schlafsäcke.

3. Tag

Ausschlafen, was für ein Luxus! Dann ein warmes Frühstück, ein richtiger kleiner Urlaub! Zunächst laufen SuperJay und ich zum Mirror Lake, der am Fuß vom Half Dome liegt. So können wir den gigantischen Granit Fels von unten bewundern. Sooo hoch sieht es von hier aus hat nicht aus.

Dann machen wir uns mit vielen anderen Touris auf den Weg den Berg hinauf. Ich will mir gar nicht vorstellen, wir viel hier in der Hauptsaison los ist! Es geht viele sofort rauf, sehr steil und anstrengend. Super Jay und ich verstehen uns sehr gut. Er ist auch ein großer Katzenliebhaber, Veganer und Ökofreak, da ist die Sache schon geritzt. Und beim plaudern vergeht die Zeit schneller. Wir kommen am dem Wasserfällen Vernon Falls und Nevada Falls vorbei. Jetzt im Herbst haben sie sehr wenig Wasser, schön ist es trotzdem. Zwei Meilen vor dem Gipfel können wir endlich unsere Zelte aufbauen und mit leichtem Gepäck weitergehen. Die Aussicht wird immer gigantischer! Die riesigen Granitberge ragen aus dem Wald heraus, es wirkt wie ein versteinertes Meer bei Sturm. Unbeschreiblich! Schließlich stehen wir vor dem berüchtigten Kabeln: der „Weg“ führt fast senkrecht die Felswand des Half Dome hoch, mit Hilfe der Kabel kann man sich hoch ziehen.

Wir wagen den Versuch – und kehren nach einem Drittel der Strecke um. Meine Schuhe sind nach den vielen hundert Meilen Laufen so glatt, dass ich unentwegt rutsche und schon bald keine Kraft mehr in den Armen habe. Jay geht es ähnlich. Stattdessen genießen wir noch eine Weile die Aussicht und machen viele Fotos.

Und beobachten, wie ein alter Herr beim Abstieg über die Kabel mehrfach den Halt verliert. Statt vorsichtiger zu gehen, wird er immer schneller und hastiger, bis er schließlich abrutscht, mehrere Meter in die Tiefe rutscht, -und gerade noch mit einer Hand ein Kabel zu fassen bekommt. Das war verdammt knapp! Wie kehren zu unseren Zelten zurück und bereuen es nach dieser beinahe Katastrophe nun gar nicht, es nicht ganz hinauf geschafft zu haben.

4. Tag

Heute geht es den selben Weg wie am Vortag zurück, aber diesmal nur bergab. Mit den ganzen Treppenstufen beginnen meine Knie Mal wieder zu ächzen, ich kann es ihnen nicht verübeln. Schon gegen 11 Uhr stehen wir an der Straße und versuchen, aus dem Park zu hitchen. Es dauert ewig! Erst am späten Abend werden wir im Mammoth ankommen. Schnell gehen wir noch einkaufen, bevor es endlich ins Hostel geht. Dort wartet eine tolle Überraschung: Eine Hostelkatze!!


Ein Gedanke zu “22. Mammoth – Tuolumne Meadows – Yosemite Valley

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s