Nach scheinbar endlosen Stunden unterwegs bei einer Affenhitze kommen wir ziemlich fix und fertig in La Grave an. Unser Start- und hoffentlich Zielort. Sehr klein und recht touristisch, dafür können wir hier noch ein paar Lebensmittel und Gas für unseren Kocher besorgen. Der Campingplatz liegt am Fluss, hier schlemmen wir noch fetten französischen Käse und Baguette und fallen dann schon um 9 ins Zelt. Sobald die Sonne sinkt wird es auch wirklich schnell kühl! Mit schlafen ist nur leider erstmal nix: Eine Life Band dröhnt noch stundenlang vom 1km entfernten Ort aus durchs ganze Tal.
1. Tag
Entsprechend müde sind wir am Morgen und kriechen erst um 8 aus dem Schlafsack. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten zu organisieren, so ist es bereits nach zehn bis wir endlich Loslaufen. Der Weg führt idyllisch am Fluss entlang. Wir passieren zwei kleine Orte, dann geht es steig und zunehmend steil bergauf. Schon bald sind wir schweißüberströmt. Es gilt fast 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Wir steigen bis auf 2300m Höhe auf, da fällt das Atmen schon deutlich schwer! Aber die Umgebung ist einfach grandios: Ringsherum sind aufragende Bergriesen mit schroffen Gipfeln und steilen Gletschern, auf unserer Höhe weiden jede Menge Kühe.

Es sind viele Tagesausflügler unterwegs, fast nur Franzosen und ein paar Niederländer. Auch ein paar anderen GR54 Hikern begegnen wir. Am Pass machen wir Pause, und beobachten niedliche fluffige Murmeltiere. Plötzlich irres Gequieke, zwei Fellknäuel purzeln ineinander verbissen den Hang herab… Nach dieser dramatischen Wendung folgt der genauso lange und beschwerliche Abstieg. Steil geht es neben einem türkis, fast silbrig schimmernden Fluss ins Tal herab. Nach ca 22 km schlagen wir am Fluss im Tal müde aber zufrieden unser Zelt auf.

2. Tag
In der Nacht regnet es heftig, doch am morgen scheint die Sonne und der Morgendunst steigt die Berge empor. Ab 8 Uhr sind wir auf den Beinen. Nur 2km geht es entspannt durch Tal, dann steil bergauf.

Wieder sind fast 1000 Höhenmeter am Stück zu bewältigen. Wir keuchen und wegen immer langsamer, bis wir alle hundert Meter stehen bleiben müssen. Die letzte dreiviertel Stunde geht es durch ein riesiges Skigebiet, mitten zwischen den Berggipfeln. Zum Glück ist es heute eigentlich und deutlich kühler als gestern. Dann folgt dieselbe Distanz bergab. Zunächst in engen Serpentinen bis ins wunderschöne Tal Vallon de Chambron.

Traumhafte Zeltplätze locken, doch es ist gerade erst Mittagszeit. Die letzten 6km geht es leider immer wieder über die Straße, sodass nicht nur unsere Knie und Oberschenkel sondern nun auch für heftig jammern. Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz, bedeutet Duschen!
It’s just walking….
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