Steigerwald Ostertour

Zu Ostern ist geplant die „Große Nordtour“ im bayerischen Steigerwald zu laufen. Mit 73km ist groß hier relativ, aber für die Ostertage ganz bequem zu machen. Und außerdem will ich ja meine Begleitung Kevin für das mehrtägige Wandern begeistern… Nachdem unser erstes gemeinsames Wildcampen direkt mit einem Besuch vom Förster garniert wurde, haben wir für die zweite Tour extra eine Strecke mit „Trekking Plätzen“ ausgesucht. Nach einer online Buchung kann man hier gegen eine geringe Gebühr ganz offiziell und legal Zelten. Auch werden wir die Route ein wenig variieren, um schöne Plätze ein- und Straßen und Orte auszuschließen. Damit kommen wir dann auf ca 80km.

1 Tag (15km):

Wir starten am Baumwipfelpfad bei molligen 8 Grad, trotz Corona ein richtiger Touri-Magnet!

Start am Baumwipfelpfad bei Ebrach

Schnell gelangen wir auf den Fledermaus-Lehrweg, wo wir im Vorbeigehen eine ordentliche Portion Bildung schnuppern können.. auf gemütlichen und schön kleinen Pfaden geht es durch den Wald. Bei der Ruine Stollburg wiederstehen wir der Verlockung von Eiscreme und Bier.

Ruine Stollburg

Danach kommen wir zur Abwechslung mal auf weite Felder, die weiß blühenden Büsche kündigen den Frühling an. Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis zu unserem ersten Trekking Platz, der Katzentännig. Schön auf einer Wiese am Waldrand gelegen. Wasser gibt es in 1km entfernen Ort am Brunnen, dafür eine Feuerstelle, Plumpsklo und auch eine überdachte Schlafplatform -das Klo ist allerdings „wegen Corona geschlossen“. Außer uns stehen noch 4 weitere Zelte hier.

Trekkingcamp Katzentännig bei Neuhausen

2. Tag (32 km):

Gegen halb 9 sind wir marschbereit, tanken nochmal Wasser im Ort und schon geht es los. Frisch ist es morgens noch, immerhin ging es nachts auch bis unter den Gefrierpunkt. Wir laufen heute überwiegend auf bequemen Waldwegen. Frühstück gibt es daher erst nach 1,5h am Aussichtspunkt Zabelstein. Mit zahlreichen Schildern wird vor einem „wilden Kaninchen“ gewarnt, aber wir bleiben für heute verschont. Es folgen schöne offene Feldwege.

Dann kommen wir wieder auf kleine Pfade und schließlich in ein Tal was bis zum Rand vollgestopft ist mit… Bärlauch!!! Von da an ziehe ich eine dezente Knoblauch-Fahne hinter mir her…

In Oberschwappach wartet unsere erste trailmagic: Kevin bekommt einen Löffel geschenkt! Nachdem er ganz unschuldig fragte, ob es in den 20 Häuser-Dorf Besteck zu kaufen gebe. Weil seinen Löffel hatte er Zuhause liegen lassen.. im nächsten Ort versorgt und der Pfarrer mit frischem Trinkwasser, ein guter Tag! Und dann fehlt nur noch ein Aufstieg auf den Kirchberg, und wir haben es für heute geschafft. Der Trekking Platz liegt diesmal mitten im Wald. Mit Quelle! Haben wir umsonst beim Pfarrer geschnorrt…

Trekkingcamp Hainach bei Oberschwappach

3. Tag (25 km):

Wir beginnen den Tag mit einem Abschnitt querfeldein, um nicht Strecke doppelt laufen zu müssen. Dann geht es stetig sanft bergauf und -ab, bis wir nach 12km an einen Aussichtspunkt kommen. Hier steigt endlich das Osterfrühstück. Danach folgen wir größtenteils unserer eigenen Route, da der original Trail viel durch Orte und über Straßen läuft.

Naturdenkmal am Wegesrand

Heute ist der erste Tag mit richtig schönen Wetter, sodass wir mittags eine Stunde in der Sonne im Gras liegen können. Richtig schön ist am späten Nachmittag nochmal der Höhenrücken kurz vor Untersteinach, sonst bleibt die Stücke heute eher ereignislos. So ereignislos, dass wir eine kleine Abkürzung einbauen -prompt ist ein Bach zu queren und wir stehen unversehens mitten auf einer Biberburg. Die armen Kerlchen hatten dann wohl Erdbeben!

Leider bleibt auch uns das Teerlaufen nicht ganz erspart, die letzten Kilometer ziehen sich. Im Dorfbrunnen wollen wir Wasser zapfen, nachdem hier munter ein Schwarm toter Fische umherplanscht, fragen wir lieber am einer Gaststätte. Leider leider müssen wir dann höflichkeitsweise noch zwei dicke Stücke Torte mitnehmen. Am Zeltplatz angekommen treffen wir zwei Grüppchen wieder, mit denen wir bereits frühere Zeltstellen geteilt haben. Das Lagerfeuer brennt schon, der Vorteil, wenn man eher spät kommt…

4. Tag (8 km):

Die Nacht war deutlich wärmer als sonst, dafür unglaublich windig! Alles ist voll Erde und Staub. Da es ab mittags Regnen und auch schneien soll, sind wir froh heute nur eine winzige Strecke vor uns zu haben. Schon gegen 11 Uhr stehen wir wieder am Parkplatz.


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