2. Valloise – La Chapelle en Valgaudémar

3. Tag

In Valloise legen wir einen“Ruhetag“ ein, um einen Abstecher zum Gletscher Glacier Blanc zu machen. Dafür hitchen wir (trotz Corona ohne Probleme) zum ca 10 km entfernten Wanderparkplatz. Von hier geht es erst gemütlich das Tal hoch, dann steigen wir in engen Serpentinen die Talseite empor. Der Weg ist viel begangen, ständig muss man anderen Tagestouristen ausweichen. Manche sind auch mit Übernachtungsgepäck zu einer der Hütten unterwegs, oder sogar mit Bergsteigerausrüstung, um den Gletscher zu erkunden. Dazu gibt es hier auch geführte Touren mit der Möglichkeit, sich die entsprechende Ausrüstung zu leihen. Der wirklich strahlend weiße Gletscher kommt in Sicht. Doch das steilste Stück steht noch an, mit Drahtseilen gesicherte Abschnitte über Felsen sind zu erklimmen.

Abstecher zum Glacier Blanc
Am Refuge du Glacier Blanc -leider gefällt es nicht nur uns hier gut

Nach 2h und 700 Höhenmetern stehen wir an der Berghütte mit phänomenalen Blick auf den Gletscher, die umliegenden bis zu bis zu 4000m hohen Berge und das tief unter uns liegende Tal. Nach einer ausgiebigen Pause geht es wieder zurück. Nun haben wir auch genug Puste, all die wunderschönen kleinen Bergblumen zu bewundern.

Schon gegen 3 Uhr sind wir zurück in Valloise, wo wir am Campingplatz unsere Wanderrucksäcke wieder abholen. Eigentlich wollten wir nur noch ein paar Kilometer aus dem Ort laufen, um schöner und kostenlos Zelten zu können. Daraus werden dann satte 9 km, davon größtenteils Teerstraße. Am Fluss Torrent de Lol a Selle gibt es eine offizielle kostenfreie Zeltwiese. Erschöpft fallen wir nach diesem erfolgreichen Ruhetag ins Zelt.

Unsere Zeltstelle (am nächsten Morgen)

4. Tag

Wie immer lassen wir es morgens gemütlich angehen und sind erst ab 8.30 am Laufen. Es geht durch ein langgestreckte, stief eingeschnittenes Tal, das erst nach und nach von der Sonne beleuchtet wird. Es ist wunderschön, satte Wiesen, blauer Fluss und massig Schafsköttel. Wir finden ein Schafsbein -und später eine ganze Schafsherde, die zusammengepfercht auf ihren Abtrieb ins Tal wartet.

Bei strahlender Sonne geht es schweißtreibend bergauf. Hinter jeder Kurve erwarten wir den Pass, aber dann steht noch eine gute Kraxelei bevor: Eva verpasst den Pfad und beschert uns damit noch ein richtiges Kletterabenteuer. Dann laufen wir entlang eines steilen rutschigen Schieferhanges, beim Blick ins tief unter uns liegende Tal werden uns doch manchmal die Knie weich.

Im Zickzack der Aufstieg auf den Pass Col de l‘ Aup Martin

Oben genießen wir nur kurz die Aussicht, denn es ist windig und weitere Steilhänge warten bis zum nächsten Pass. Dort auf 2800m Höhe schnaufen wir erstmal durch.

Ein winziger Aufstieg führt uns zum Pas de la Cavale. Der folgende Abstieg ist steil und lang, aber zum Glück nicht so rutschig wie der Aufstieg. Im Tal essen wir erst Mal Mittag, inzwischen ist es auch fast 2 Uhr nachmittags. Nun müssen wir nur noch an den laut bellenden Schafshütehund vorbei, die hier ganz alleine in den Bergen stationiert sind.

Achtung, Hütehunde voraus!
Unter uns im Tal das Tagesziel: Refuge Pres de la Chaumette

Dann erreichen wir auch schon die Hütte Pres de la Chaumette. Nach nur ca 13 km (und 1100 Höhenmetern) unser heutiges Tagesziel, da es danach direkt auf den nächsten Pass zu geht. Die Hütte hat wegen eines Corona- Falles geschlossen und es bildet sich hier eine kleine Zeltstadt. So haben wir noch den ganzen Nachmittag, um etwas Ruhetag nachzuholen, unsere Füße in den eiskalten Fluss zu tauchen und frische Himbeeren zu pflücken.

5. Tag

Heute dürfen wir den Pass Col de la Vaulette erklimmen, den wir gestern schon aus der Ferne gesehen haben. Enge Serpentinen führen und nach oben, die Strecke wird durch ein paar Blaubeeren versüßt. Nach einem kurzen steilen Anstieg steht sofort der nächste Pass an, Col de Guiran.

Col de Guiran, Blick zurück auf Col de la Vaulette

„Aber jetzt geht es aber nur noch bergab!“ Ehm, nein. Kaum in dem Tal angekommen geht es doch noch einmal kräftig bergauf, zum Pass Col de Vallonpierre. So laufen wir ca 1200 Höhenmeter in wenigen Stunden.

Gegenverkehr auf dem Weg zum Col de Vallonpierre: Nach einer geschlagenen Minute schaafem Nachdenken geben die Vierbeiner klein bei und springen todesmutig und wild schlitternd in den Hang
Refuge de Vallonpierre, unser Ziel für die Mittagspause

Endlich erreichen wir die wunderschön an einem See gelegenen Hütte Refuge de Vallonpierre, wo wir unser Mittagessen verspeisen. Der Abstieg ins Tal zieht sich. Hätten wir uns einen Weg über Woche saftige Wiesen vorgestellt, werden unsere Atmen schmerzenden Füße enttäuscht: der Weg zieht sich in leichtem Auf und Ab an der gerölligen Talkflanke entlang. Um halb 7 sind wir im Ort La Chappelle en Valgaudémar. Ziemlich erschöpft und sonnenverbrannt. Wie ergattern den letzten verfügbaren Zeltplatz und gönnen uns eine dicke Pizza.


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