6. Aqua Dulce – Tehachapi

1. Tag

Ich entschließe mich erst spät am Mittag los zu laufen. So kann ich nochmal etwas ausruhen, und mehrere riesige Schüsseln Bohneneintopf essen, die jemand in den „Reste-Kuhlschrank“ gestellt hat. So ein Pech, dass die ersten 4 Meilen an der Straße zu laufen sind. Ich laufe immer schneller und schaffe es gerade noch zum ersten Busch, als sich die Bohnen bemerkbar machen. Die Strecke ist den Rest des Tages sehr schön.

2. Tag

Ich wache im dichten Nebel auf. Und so bleibt es leider auch den Rest des Tages. Nichts zu sehen, daher laufe ich nur schnell meine Meilen runter.

Mittags komme ich zur Straße, von wo aus ich zum nächsten Trailangel Haus „Casa de Luna“ hitche. Casa de Luna ist unter PCT Hikern berühmt berüchtigt. Als erstes müssen alle ein Hawaii Shirt anziehen, dann erst können wir unsere Zelte im verwunschenen Wald hinter den Haus aufschlagen. Überall kleine Höhlen für die Zelte zwischen den Bäumen und bunt bemalte Steine. Es fängt furchtbar an zu schütten und wird hässlich kalt. Wir kuscheln uns unter Pavillions in Decken. Es gibt Pizza und von der Tankstelle werden Wagenladungen Bier herangeschafft. Abends müssen alle für ihr PCT-Halstuch tanzen! Als die Party richtig losgeht verkrümmele ich mich ins warme Zelt.

Casa de Luna

3. Tag

Sonne! Nach einem riesigen Pfannkuchen Frühstück laufe ich wieder los. Davor müssen natürlich die obligatorischen Gruppenfotos geschossen werden, um ein Lachen zu garantieren lupft Trailangel Terry dann schon Mal gerne ihr Höschen! Der Weg führt stetig an einer Bergflanke entlang. Es ist herrlich wieder das laufen genießen zu können. In der Ferne sieht man schon die Mojave Wüste, die in 2 Tagen zu queren ist.Ich campe mit Dirk aus Berlin, Ginger aus Schweden und Iceking aus Österreich. Eine nette Gruppe!4. Tag

Bei einem wunderbaren Sonnenaufgang laufe ich los. Die Nebelschwaden ziehen rasend schnell aus den Tälern.Mittags komme ich nach Hikertown. Hier hat ein Pärchen auf ihren Grundstück rund um ihr Haus eine Menge kleine Hütten im Westernstil errichtet, die Hiker günstig zum Übernachten mieten können. Man sieht, dass die Besitzer mal fürs Filmstudio gearbeitet haben! Ich treffe wieder auf Iceking und Ginger, und wir teilen uns zu 5 eine Hütte, mit einem Doppelbett. Gute Entscheidung, ein Sturm zieht auf, der Himmel ist tiefschwarz.5. Tag

Ich beschließe, noch einen Tag in Hikertown zu verbringen, da das Wetter noch gruselig aussieht. Die anderen laufen weiter. Ich mache nicht viel, esse, und ruhe mich aus.

6. Tag

Auch heute sieht das Wetter noch wild aus, aber ich laufe los. Heute führt der trail durch die Mojave Wüste über das berühmte Aquädukt. Normalweise laufen die PCT-Hiker hier nachts, denn Tags wird es schnell Mal 50 Grad. Ich habe kuschelige 10 Grad und laufe in eisigen Wind mit Handschuhen und 3 Kleider Schichten, doch zum Glück bleibt es trocken.Später führt der Weg durch eine Windmühlen Farm, dann hoch in die Berge. Ich breche meinen Rekord und laufe 28 Meilen, früher ist es einfach zu windig zum Zelten. Leider ist inzwischen der Reißverschluss meines Zeltes kaputt, zu viel Staub und Dreck…7. Tag

Windstille. Es geht direkt einige Meilen bergauf. Auf dem Gipfel des Berges wartet ein water cache auf uns. Ich genieße die wunderbare Aussicht auf die Täler und Berge ringsum beim gemeinsamen Frühstück. Nun geht es nur noch bergab bis zur Straße. Meine hiking Gruppe der letzten Tage mit Woodpile (USA), Cowbell und Mockingbird (Deutschland) hitcht von hier in die Stadt. Ich laufe noch 8 Meilen weiter, langweilige Strecke durch eine Windmühlen Farm, und hitche dann in die Stadt Tehachapi. Hier schlafe ich die Nacht bei Trailangel Brenda, wo ich auch die anderen wieder treffe. Ein irres Messi-Haus, aber es gibt eine Dusche, Waschmaschine und jede Menge Essen!

100 Meilen, 6 Wandertage, 1 Zero


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